Mein persönlicher Weg zur Fotografie
Die Fotografie ist ohne Frage etwas Schönes. Doch warum fotografiere ich eigentlich gerne? Gute Frage, die ich mir erst kürzlich selbst gestellt habe. So einfach ist diese aber gar nicht zu beantworten. Stellt sie Euch doch mal selbst! ;) Mit der Fotografie bin ich erstmals als Kind in Berührung gekommen, damals noch mit einem analogen Fotoapparat. Mit richtigem Film und so. Leider verstand ich damals nicht wirklich viel von dem Thema, weshalb ich einfach zum Spaß drauflos geknipst habe. Aus diesem Grund kann ich mich bis heute nicht daran erinnern, was ich eigentlich als erstes in meinem Leben fotografiert habe. Was ich aber noch genau weiß, ist die Freude, welche ich hatte, als ich meine eigenen Fotos in den Händen hielt und sie mir anschaute. Sie waren wahrscheinlich schlecht, aber ich fand sie toll! In den darauffolgenden Jahren verflog das Interesse am Fotografieren ein wenig, wahrscheinlich waren Mädchen, Spielekonsolen und all der andere Kram wichtiger – bis ich mich mit etwa 19 Jahren wieder anfing dafür zu interessieren.
Ich begann gängige Fotozeitschriften zu lesen und durch unzählige Foren zu stöbern, denn eine neue Kamera musste her. Am besten eine Spiegelreflex. Ich las und las, bis ich das nötige Kleingeld zusammen hatte und mir schliesslich eine Nikon D90 mit Kitobjektiv kaufen konnte. Anstatt einfach in einen Fotoladen zu gehen, die unterschiedlichen Modelle selbst zu testen und dann zu entscheiden. Egal. Anfangs war ich ganz begeistert von den Bildern, die ich mit ihr machen konnte. Doch schnell verflog diese Euphorie, denn ich sah auf Flickr und Co diese tollen HDR-Bilder und wunderschönen Sonnenuntergänge und war ganz enttäuscht, wieso ich sowas nicht hinbekomme. Doch anstatt nun Geld in Bücher oder Workshops zu investieren, um meinen Horizont zu erweitern, dachte ich, dass man für solche Fotos bestimmt besseres Equipment benötigt. Immerhin sagten das doch die EXIFs! Was sich natürlich kurze Zeit später als falsch herausstellte. So hatte ich zwar viel Geld für Dinge ausgegeben, die einige “Profis” hatten, doch besser wurden die Fotos dadurch aber immer noch nicht.
Meine Stimmung ging in den Keller und ich war kurz davor, aufzugeben und alles hinzuschmeissen. Bis ich endlich das Geld sinnvoll investierte. Nämlich in Bücher und Online-Trainings. Diese öffneten für mich eine völlig neue Welt. Ich lernte, wie man Objekte von einem anderen Standpunkt aus fotografieren kann, um sie für den Betrachter interessanter wirken zu lassen. Dass Brennweiten nicht nur das Motiv heranholen, sondern auch die Bildwirkung verändern. Auch zeigten Top-Fotografen ihre “geheimen” Tricks, die wenig Geld kosten. So wurde aus einem Joghurtbecher schnell mal ein Teil, welches man auf den Blitz stecken kann, damit das Licht weicher wird. Auch wurde aufgezeigt, dass viele Fotos – die ich schön und “cool” fand – verdammt stark nachbearbeitet wurden und mit der Realität eigentlich nicht mehr viel zu tun hatten. Und plötzlich war meine Nikon D90 doch gut genug, um richtig geile Fotos zu machen.

Bevor ich nun weiter schreibe, hier also mein Tipp: Wenn Ihr gerade angefangen habt, Euch für die Fotografie zu interessieren, dann macht nicht den gleichen Fehler wie ich oder tausend andere “Fotografen” zuvor auch: Investiert euer hart erspartes Geld in lehrreiche Bücher und in gute Objektive sowie einen externen Aufsteckblitz. Und wenn dann noch etwas Geld übrig ist, nehmt es für Workshops her. Erst dann und wenn Ihr mit der aktuellen Kamera nicht mehr zufrieden seid und sie Euch an die Grenzen gebracht hat, wirklich erst dann solltet Ihr über einen Kamerawechsel nachdenken. Und gleich noch ein Hinweis meinerseits beim Kauf einer neuen Kamera: Nehmt sie vor dem Kauf zumindest einmal in die Hand. Nur wenn Euch die Kamera gefällt und sie auf Anhieb gut in der Hand liegt, werdet Ihr auch Spaß mit ihr haben und somit gute Fotos machen. Denn das ist das Wichtigste. Ihr könnt natürlich auch weiterhin tausende Tests in Fachzeitschriften lesen und Crop-Bilder in Foren vergleichen, so wie ich damals, aber mal ehrlich: Die heutigen Sensoren bei Mittelklasse-Spiegelreflex-Kameras geben sich nicht viel, sodass ein Unterschied meiner Meinung nach nur gering ausfällt und bei herkömmlichen Größen bzw. Abzügen gar nicht erst auffallen wird.
Nun aber zurück zur eigentlichen Grundfrage: Weshalb fotografiere ich gerne? Ich habe bemerkt, dass ich es mag, wenn ich anderen Leuten die Welt durch meine Augen zeigen kann. Und es mich glücklich macht, auf den Auslöser zu drücken und danach zu sehen, dass das Foto schön geworden ist und genau so, wie ich es mir zuvor vorgestellt habe. Ich liebe es Reisen, Landschaften und kleine alltägliche Dinge zu fotografieren, die andere leicht übersehen und diese dann nachzubearbeiten und zu präsentieren. Auch Menschen fotografiere ich gerne, obwohl mein Schwerpunkt definitiv bei den bereits genannten Themen liegt. Zwar habe ich lange Zeit als Partyfotograf auf Festen und in Discos - was ja anscheinend ziemlich verpönt ist – gearbeitet, doch gerade das hat mich meiner Meinung nach weit nach vorne gebracht. Vor allem wie man mit Menschen während einem Shooting umgeht. Immerhin sind nicht immer alle besoffen. Auch wenn viele das behaupten. Vor allem die Künstler nicht. Und ich habe gelernt, dass man sich manchmal einfach etwas trauen muss, um das zu bekommen bzw. machen zu können, was man will, anstatt lange darüber nachzudenken. Denn nur wer etwas macht, kann irgendwann auch mal was dazulernen und gewinnen. Und aus Fehlern lernt man bekanntlich.
Ich hoffe mit diesem kleinen Artikel allen Einsteigern in die Fotografie etwas geholfen zu haben, selbst wenn ich noch lange kein Profi bin. Die Fotografie ist nicht so schwer, wie manche immer meinen, vor allem dann nicht, wenn man grundlegende Sachen weiß und sie sich selbst gleich zu Beginn aneignet. Mein – noch im Aufbau befindliches – Portfolio findet Ihr übrigens auf www.fotomenal.at!
Veröffentlicht am 5. Dezember 2011 in Fotografie, verwendete Tags: Einsteigertipps, Fotografie, Kamera